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Blog/Für Ärzte

Google-Unternehmensprofil & Praxis-Website: Gesundheits­aussagen, die oft übersehen werden

LeonMassimiliano
Leon & MassimilianoAktualisiert am 24. September 2026 · 4 Min. LesezeitAktualisiert am 24. September 20264 Min. Lesezeit
google.com / ihre-praxisWird gelesen
Kurzbeschreibung im Google-Profil
Wir heilen nachhaltig.Wir heilen nachhaltigunterstützen Sie bei Ihren Beschwerden.
DIE KURZE ANTWORT

Auch das Google-Profil zählt als Werbung. Kurzbeschreibung, Beiträge und Bewertungsantworten mit einem Heilversprechen fallen unter dasselbe Gesetz wie Ihre Website, auch wenn Sie sie sachlich formulieren können.

Zählt das Google-Unternehmensprofil überhaupt zum HWG?

Wenn Praxen ihre Marketing-Texte prüfen, schauen sie meistens auf die Website. Das Google-Unternehmensprofil gerät dabei oft in Vergessenheit, obwohl es häufig die erste Berührung zwischen Praxis und potenziellem Patienten ist: Öffnungszeiten, Bewertungen, Kurzbeschreibung, Beiträge, Spezialgebiete.

Das HWG gilt nicht nur für klassische Anzeigen, sondern für jede öffentliche Kommunikation mit Werbeeffekt. Dazu zählen die Kurzbeschreibung im Profil, Beiträge, die Sie darüber veröffentlichen, Fotos mit eingeblendetem Text, etwa Bildunterschriften oder Overlays, und Antworten auf Bewertungen, sobald sie inhaltliche Behauptungen über Leistungen enthalten.

Die Grenze zwischen sachlicher Information und Werbung ist im HWG bewusst weit gezogen. Werbung mit bestimmten Wirkversprechen, suggestiven Vorher-Nachher-Darstellungen oder dem Eindruck einer garantierten Heilung ist eingeschränkt, unabhängig davon, auf welcher Plattform der Text steht.

Texte, die auf der eigenen Website schon lange stehen und nie beanstandet wurden, können auf dem Google-Profil in einem anderen Licht erscheinen, weil sie dort kontextlos wirken oder erstmals von einem Mitbewerber aufgerufen werden.

Welche vier Stellen im Profil sind Risikostellen?

KURZBESCHREIBUNGErgebnisversprechen im ersten SatzDie rund 750 Zeichen lange Kurzbeschreibung ist Ihr erster Satz gegenüber Suchenden. „Wir heilen nachhaltig“ oder „Mit unserer Methode werden Ihre Beschwerden dauerhaft beseitigt“ enthalten ein Wirkversprechen, das das HWG einschränkt.
SPEZIALGEBIETEBeschwerdebild plus Ergebnis kombiniert„Burn-out-Heilung“, „Allergietherapie ohne Nebenwirkungen“ oder „schmerzfreie Behandlung“ verbinden ein Beschwerdebild mit einem impliziten Ergebnis.
GOOGLE-BEITRÄGESaisonale WirkaussagenPraxen nutzen Google-Beiträge für Aktionen wie Grippeimpfung, Hautscreening oder Entspannungsangebote. In der Kürze dieser Beiträge landen häufig Formulierungen wie „schützt Sie zuverlässig“ oder „stärkt die körpereigene Abwehr“. Für Nahrungsergänzungsmittel gilt hier zusätzlich die EU-Health-Claims-Verordnung.
BEWERTUNGSANTWORTENNeue Versprechen in der AntwortAntworten auf positive Bewertungen enden manchmal mit Sätzen wie „Wir freuen uns, dass Sie nach nur zwei Terminen so deutliche Besserung gespürt haben“. Damit verstärken Sie eine Einzelerfahrung öffentlich, was als Werbung mit einem Ergebnis gelesen werden kann, auch ohne dass es beabsichtigt war.

Wie entschärfen Sie die häufigsten Sätze im Profil?

Fahren Sie über einen Satz, dann sehen Sie die bessere Fassung.

Wo im Website-Altbestand stecken die Risiken?

Praxis-Websites werden selten in ihrer Gesamtheit auf Compliance geprüft. Ein häufiges Muster: Beim Relaunch vor Jahren hat jemand die Texte geschrieben, seitdem sind neue Leistungen dazugekommen, einzelne Seiten wurden ergänzt, und niemand hat noch einmal das Ganze im Blick gehabt.

1
Über-uns-Seiten mit Erfolgsnarrativ
„Über die Jahre haben wir hunderten Patienten geholfen, ihre Beschwerden dauerhaft zu überwinden“ klingt sympathisch und ist aus Erfahrungsperspektive wahr, enthält aber ein generalisiertes Wirkversprechen für künftige Patienten.
„Wir begleiten seit vielen Jahren Menschen mit unterschiedlichen Beschwerdebildern.“
2
Leistungsseiten mit Wirkungsbeschreibung
Je konkreter eine Behandlung beschrieben wird, desto eher rutscht der Text in eine Versprechen-Logik, etwa „Laser-Behandlung entfernt Fettpolster dauerhaft und ohne Risiken“.
„Die Laser-Behandlung ist ein Verfahren, das wir bei bestimmten Beschwerdebildern einsetzen.“
3
Blog, FAQ und Produktseiten
Gut gemeinte Ratgeber-Texte in Blog-Artikeln oder FAQ können Formulierungen enthalten, die als ärztliche Empfehlung oder Garantie wirken, auch wenn das nicht beabsichtigt war. Vertreibt oder empfiehlt die Praxis zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel und macht dabei Gesundheitsaussagen, greift zusätzlich die EU-Health-Claims-Verordnung, die nur ausdrücklich zugelassene Formulierungen erlaubt.
„In unserem Ratgeber erklären wir, welche Fragen bei diesem Beschwerdebild häufig aufkommen.“

Was leistet ein digitaler Vorfilter, und was nicht?

Ein automatisierter Scanner kann diesen Prozess erheblich beschleunigen. Er liest Ihre Seiten, markiert Stellen mit typischen Risikomustern und schlägt Umformulierungen vor, die sachlich äquivalent, aber weniger exponiert sind.

Was ein solcher Vorfilter nicht ersetzt, ist das inhaltliche Verständnis Ihrer Leistungen und die abschließende Einschätzung durch eine Fachperson. Er zeigt, wo genauer hinzuschauen ist. Das ist die ehrliche Beschreibung, kein Freifahrtschein, aber in der Praxis reicht dieser erste Schritt oft, um die Stellen zu finden, die am dringendsten Aufmerksamkeit verdienen.

Checkliste: Ihre vierstufige Prüf-Routine

Haken Sie ab, was Sie schon geprüft haben.

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Häufige Fragen

LeonMassimiliano
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