Auch das Google-Profil zählt als Werbung. Kurzbeschreibung, Beiträge und Bewertungsantworten mit einem Heilversprechen fallen unter dasselbe Gesetz wie Ihre Website, auch wenn Sie sie sachlich formulieren können.
Zählt das Google-Unternehmensprofil überhaupt zum HWG?
Wenn Praxen ihre Marketing-Texte prüfen, schauen sie meistens auf die Website. Das Google-Unternehmensprofil gerät dabei oft in Vergessenheit, obwohl es häufig die erste Berührung zwischen Praxis und potenziellem Patienten ist: Öffnungszeiten, Bewertungen, Kurzbeschreibung, Beiträge, Spezialgebiete.
Das HWG gilt nicht nur für klassische Anzeigen, sondern für jede öffentliche Kommunikation mit Werbeeffekt. Dazu zählen die Kurzbeschreibung im Profil, Beiträge, die Sie darüber veröffentlichen, Fotos mit eingeblendetem Text, etwa Bildunterschriften oder Overlays, und Antworten auf Bewertungen, sobald sie inhaltliche Behauptungen über Leistungen enthalten.
Die Grenze zwischen sachlicher Information und Werbung ist im HWG bewusst weit gezogen. Werbung mit bestimmten Wirkversprechen, suggestiven Vorher-Nachher-Darstellungen oder dem Eindruck einer garantierten Heilung ist eingeschränkt, unabhängig davon, auf welcher Plattform der Text steht.
Texte, die auf der eigenen Website schon lange stehen und nie beanstandet wurden, können auf dem Google-Profil in einem anderen Licht erscheinen, weil sie dort kontextlos wirken oder erstmals von einem Mitbewerber aufgerufen werden.
Welche vier Stellen im Profil sind Risikostellen?
Wie entschärfen Sie die häufigsten Sätze im Profil?
Fahren Sie über einen Satz, dann sehen Sie die bessere Fassung.
Wo im Website-Altbestand stecken die Risiken?
Praxis-Websites werden selten in ihrer Gesamtheit auf Compliance geprüft. Ein häufiges Muster: Beim Relaunch vor Jahren hat jemand die Texte geschrieben, seitdem sind neue Leistungen dazugekommen, einzelne Seiten wurden ergänzt, und niemand hat noch einmal das Ganze im Blick gehabt.
Was leistet ein digitaler Vorfilter, und was nicht?
Ein automatisierter Scanner kann diesen Prozess erheblich beschleunigen. Er liest Ihre Seiten, markiert Stellen mit typischen Risikomustern und schlägt Umformulierungen vor, die sachlich äquivalent, aber weniger exponiert sind.
Was ein solcher Vorfilter nicht ersetzt, ist das inhaltliche Verständnis Ihrer Leistungen und die abschließende Einschätzung durch eine Fachperson. Er zeigt, wo genauer hinzuschauen ist. Das ist die ehrliche Beschreibung, kein Freifahrtschein, aber in der Praxis reicht dieser erste Schritt oft, um die Stellen zu finden, die am dringendsten Aufmerksamkeit verdienen.
Checkliste: Ihre vierstufige Prüf-Routine
Haken Sie ab, was Sie schon geprüft haben.
Häufige Fragen


Dieser Artikel zeigt typische Risikostellen. Den Einzelfall bewertet Ihre Kanzlei.