Sieben Satzmuster tauchen auf Praxis-Websites besonders häufig als Risikostelle auf. Wer ein Behandlungsziel beschreibt, bleibt sicherer unterwegs als wer ein Ergebnis garantiert. Der Unterschied liegt oft in einem einzigen Wort.
Warum erfasst das HWG auch meine Praxis-Website?
Eine Praxis für Physiotherapie, Osteopathie, Naturheilkunde oder Heilpraktik hat selten eine eigene Rechtsabteilung. Die Website entsteht oft mit einer kleinen Agentur oder in Eigenregie. Dabei schleichen sich Formulierungen ein, die aus Patientensicht eingängig klingen, aber im Rahmen des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) als Risikostelle gelten können.
Das HWG regelt, wie für Heilverfahren, Behandlungen und Therapien geworben werden darf. Es gilt nicht nur für Pharmaunternehmen. Auch Praxis-Websites fallen in seinen Anwendungsbereich, sobald dort für konkrete Behandlungen oder ihre Wirkung geworben wird.
Welche vier Sätze sind die klassischen HWG-Risikostellen?
Jedes dieser vier Muster ist aus einem eigenen Grund riskant. Eine direkte Garantie wie „werden Sie schmerzfrei“ schützt niemanden davor, eine Entscheidung auf Basis eines Versprechens zu treffen, das die Behandlung womöglich nicht halten kann. Prozentangaben wie „90 %“ klingen überzeugend, sind aber selten durch die Art von klinischen Studien belegt, die das HWG für Wirkungsaussagen verlangt, und selbst gut gemeinte interne Auswertungen reichen dafür in der Regel nicht aus. Wörter wie „dauerhaft“ oder „ursächlich“ suggerieren bei chronischen Beschwerden einen Wirkungsgrad, der sich kaum belegen lässt, gerade weil chronische Erkrankungen komplex sind. Und „nachweislich“ behauptet eine Evidenzlage, die für viele komplementärmedizinische Ansätze in dieser Form nicht vorliegt, besonders wenn mehrere Krankheitsbilder in einem Satz genannt werden.
Fahren Sie über einen Satz, dann sehen Sie die bessere Fassung.
Welche drei weiteren Muster zählen ebenfalls als Risikostelle?
Auch als reiner Text wirkt ein Vorher-Nachher-Vergleich wie ein Bildpaar. Ein Satz wie „Schauen Sie, wie Frau M. nach sechs Wochen aussah“ folgt demselben Muster wie ein Foto-Vergleich und kann als Wirkversprechen gelesen werden.
Was dürfen Sie schreiben, ohne ein Versprechen zu geben?
Checkliste für Ihre Praxis-Website
Diese Muster decken die häufigsten Risikostellen ab, die auf Praxis-Websites vorkommen, sind aber kein abschließendes Bild. Die Bewertung einer Formulierung hängt immer vom Gesamtkontext der Seite, der beworbenen Leistung und weiteren Faktoren ab. Ein automatisierter Vorfilter kann helfen, Risikostellen in bestehenden Texten sichtbar zu machen, nicht als Urteil, sondern als Orientierung für die eigene Überarbeitung oder die Rücksprache mit Fachleuten.
Haken Sie ab, was Sie schon geprüft haben.
Häufige Fragen


Dieser Artikel zeigt typische Risikostellen. Den Einzelfall bewertet Ihre Kanzlei.